Elternbericht eines Schuppertages:

Nach langem Überlegen und Abwägen von Vor- und Nachteilen der verschiedenen Kindergärten entschieden wir uns dafür, mit unserem Sohn einen Vormittag im Zwergenwinkel zu verbringen.

Als wir am Waldrand eintrafen sahen wir schon den Schaukasten, der immer zu dem Thema dekoriert ist, mit dem sich die kinder gerade beschäftigen. Auch Fächer für die Elternbriefe sind hier angebracht. Zu dieser Zeit wurden gerade die vier Elemente (Luft, Wasser, Erde, Feuer) besprochen. Meinem Sohn erzählte ich nur: "Wir gehen in den Wald mit anderen Kindern spielen.", hatte allerdings wenig Hoffnung, dass er sich weiter von mir weg bewegen würde. Er klebte an meinem Bein und beobachtete alles ganz genau: Wie alle Kinder nach und nach eintrafen, sich bei den Betreuern sammelten oder in die Büsche schlüpften. Dann wurde zum Morgenkreis gerufen und alle Kinder kamen herbei gerannt und faßten sich an den Händen. Nach der Begrüßung zählten die Kinder durch und es wurde über die Kinder gesprochen, die an diesem Tage nicht kommen konnten. Das Morgenlied (Wolkenlied) war wunderschön und wurde eigens für den Waldkindergarten komponiert. Die letzte Strophe wurde sogar in Englisch gesungen was ich sehr schön fand. Danach ging es den Weg hinunter in den Wald, so ein richtiger Wald, wie ich ihn als Kind kannte, mit hohen Tannen und weichem Nadelboden, mit kleinen Hügeln und Wegen. Als ich mich umdrehte war Keven verschwunden und ich sah nur noch wie er mit den anderen Kindern einen dicken Baumstamm eroberte und irgendetwas darauf spielte. Ich blieb bei der anderen Gruppe, redete mit den Betreuern und beobachtete die Kinder. Eine kleine Gruppe bekam Schnitzmesser und begannen wie kleine Profis ihre Stöcke zu bearbeiten, andere malten.

Nur eines hatte ich an unserem Schnuppertag nicht bedacht, im Wald ist es auch im Sommer kühler als außerhalb und wir waren nicht richtig angezogen.

Dann war es schon Zeit für die gemeinsame Brotzeit und alle Kinder packten ihre mitgebrachten Sitzkissen und Brotzeitdosen aus, warteten auf das gemeinsame Gebet und verdrückten dann ihre mitgebrachten Leckereien. Nach dieser Pause kam die Zeit der gemeinsamen Aktionen. Ute hatte für alle Köstume aus Stoffstreifen angefertigt damit die Kinder sich als Element Luft verkleiden konnten. Leider mußten wir früher gehen und ich habe mich sehr geärgert den Rest nicht mitzubekommen. Auch mein Sohn wollte nicht mit nach Hause, aber in einem waren wir uns beide einig: Das war der richtige Ort. Er löcherte mich jeden Tag wann es nun endlich losgeht und so fingen wir bereits vor den Sommerferien an.

Am ersten Tag ging ich noch einmal mit und genoß die Phantasie der Kinder beim Freispielen bei dem sie mit Stöcken, Blättern und Schnüren ihre kleine Welt aufbauten. Nach der Brotzeit durfte ich eine wunderschöne Traumreise zu den Delphinen miterleben und war begeistert was alle Kinder am Schluß über ihren eigenen Traum berichteten. Selbst die allerkleinsten hatten ihre eigenen Ideen - da konnte ich nur staunen.

In den ersten Tagen erhielt ich jede Menge liebe Tipps von den Waldeltern und es ergab sich eine Mitfahrgelegenheit für unseren Sohn. So war ein kleiner Knackpunkt, die Entfernung, auch gelöst.

Sorgen hatten wir im Bezug auf das Wetter und die Kälte, da er einige Fettschichten zu wenig hat, aber bis jetzt hat es ihn in keinster Weise gestört. Ganz im Gegenteil, als wir mal besorgt nachfragten, ob es nicht viel geregnet hat, meinte er nur: „Ach,  wir haben doch ein Regendach“

Sein Appetit hat sich seit dem er in den Waldkindergarten geht verdreifacht und er sieht viel rosiger aus.